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Creative Lab für Freudenstadt

Hochschule der Medien erhebt Bedarf

2017 stellte der Gemeinderat Freudenstadt den Antrag, die Optionen für den Aufbau eines Kreativzentrums im Raum Freudenstadt zu prüfen. Nach Entwicklung einer Konzeptskizze und mehreren Arbeitsworkshops unter Federführung der Wirtschaftsförderung Freudenstadt mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Initiativen sowie Partnern aus anderen Kreativzentren im Land steht nun der erste konkrete Schritt an: Die Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) ermittelt in einer Erhebung die Potenzial-​ und Bedarfslage für ein „Creative Lab Freudenstadt“.

Online-​Umfrage

Die Online-​Umfrage wird begleitet von ausgewählten Experteninterviews. Die Ergebnisse sollen eine Grundlage schaffen für die Frage, in welcher Form ein Projekt Kreativzentrum in Freudenstadt gestaltbar wäre. „Wir freuen uns, dass wir für diesen Projektschritt einen erfahrenen Partner wie die Hochschule der Medien gewinnen konnten“, erklärt Elke Latscha von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Die Hochschule der Medien Stuttgart forscht seit geraumer Zeit zum Thema Kreativwirtschaft im ländlichen Raum. Unter dem Forschungstitel „Creative Industries & Media Society“ (CREAM) untersucht die Hochschule insbesondere die Prozesse der digitalen Transformation von Ökonomie und Gesellschaft aus Sicht der Kreativwirtschaft und der Mediengesellschaft.
Die Stadt Freudenstadt möchte mit der Überlegung eines Kreativzentrums vor allem Kreativität, Innovation und Digitalisierung im ländlichen Raum sichern, um die Region als Lebens-​ und Wirtschaftsstandort für die Zukunft aufzustellen.

Branchenübergreifende Bedarfsermittlung

„Mit dieser Proaktivität und Ausgangsmotivation ist Freudenstadt ein sehr interessantes Feld“, erklären Forschungsleiter Professor Martin Engstler und seine wissenschaftliche Mitarbeiterin Viktoria Heinzel. Unter dem Arbeitstitel „Creative Lab Freudenstadt“ werden in der Erhebung wichtige Bedarfe von potenziellen Nutzern aus den Branchen der Kreativwirtschaft sowie des kreativen Handwerks und kreativnaher Wirtschaftszweige ermittelt. In Überlegung stehen unter anderem interdisziplinäre Arbeits-​ und Begegnungsflächen. Die Bezeichnung „Creative Lab“ ist dabei ein vorläufig gewählter Arbeitstitel, der vor allem den Laborcharakter der frühen Projektphase symbolisiert.

„Wir müssen erst evaluieren, wo die Reise für uns hingehen könnte“, erklärt Rudolf Müller, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. Der Begriff Kreativzentrum steht in Baden-​Württemberg bislang vor allem für Stadtquartiere und große Gebäudeareale in Großstädten wie Karlsruhe, Pforzheim oder Freiburg. „Eine solche Interpretation ist in Freudenstadt nicht denkbar“, betont Müller. „Unser Ziel ist es, ein Projekt zu entwickeln, das den Bedarfen und Ressourcen eines ländlichen Mittelzentrums entspricht.“   

Investition in die Zukunft

Aus anderen Ecken des Landes wie auch von der HdM gibt es für das innovative Vorhaben Beachtung und Respekt. „In Baden-​Württemberg gibt es bislang noch kaum Vergleichbares“, erklären Engstler und Heinzel. „Mit der Konzeptskizze und den interdisziplinären Workshops wurde hervorragende Vorarbeit geleistet.“ Oberbürgermeister Osswald betont, dass Kreativität, Wissen und Innovation mittlerweile allgemein als Standortfaktoren der Zukunft ausgemacht werden. „Wir müssen uns in diesen Feldern gut aufstellen, um im Wettbewerb mit den Metropolregionen weiter bestehen zu können. Da der ländliche Raum glücklicherweise auch politisch langsam wieder mehr Aufmerksamkeit erhält, ist jetzt ein günstiges Zeitfenster dafür,“ weiß Oberbürgermeister Julian Osswald.